11. Oktober 2016 Gibb River Road Teil 1

Nachdem wir lange nicht gewusst haben, ob wir die legendäre Gibb River Road fahren können, waren wir gestern froh als wir vom Visitor Center das O.k. bekamen.

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Die Strasse ist befahrbar, die Flüsse trocken, einzig im Mittelteil ist ein gewaltiges Buschfeuer am Wüten. Dies werden wir etwas im Auge behalten müssen. So bleibt uns ein weiter Umweg auf langweiliger Teerstrasse erspart und wir können uns auf einige Highlights entlang des Weges freuen! Die Gibb River Road zu fahren heisst aber auch: Gut vorbereitet sein! Wir haben Vollgetankt, 50 Liter Trinkwasser an Bord und genug zu futtern, 2 Kanister Reservediesel und 1 Ersatzrad plus Werkzeug (eigentlich werden sogar 2 Ersatzräder empfohlen, aber das kannst du bei Apollocamper vergessen). Zudem haben wir uns bezüglich Road Conditions, Wetter und (jetzt am Ende der Saison besonders wichtig!) offene Stations erkundigt. Was dieses Schild nämlich aussagt: Diesel gibt es erst wieder in 341 km!

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Dann geht es los. Die heutige Etappe ist noch kurz, das Wetter etwas bedeckt.

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El Questro wäre der erste Touri-Magnet auf der Strecke. Nachdem uns aber einige Reisende davon abgeraten haben (zu touristisch, zu teuer->die ganze Anlage gehört mittletweile einem amerikanischen Grosskonzern, der Eintritt beträgt 20A$ pro Person) lassen wir das bleiben.
Die Gegend hier erinnert uns etwas an den Westen der USA.

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Dann folgt der Pentecost River. Normalerweise der Schrecken der Gibb River Road, da es die übelste Flussdurchquerung der Strecke ist, von den Gezeiten abhängig und zudem krokodilverseucht. Hier stauen sich anscheinend zu Spitzenzeiten die Autos, da niemand als Erster hinüber will. Soweit die Schauermärchen😆. Bei uns sieht der gefürchige River so aus…

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Und die Furt ist absolut trocken. Michael ist fast ein bisschen enttäuscht.😆 Trotzdem schiessen wir ein paar Bilder der Überquerung, ist doch die Bergkette im Hintergrund auch ohne Wasser sehr dekorativ.

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Dann erreichen wir unsere Übernachtungsgelegenheit für heute: Die Home Valley Station.

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Eine der wenigen Farmen, welche jetzt am Ende der Saison noch für Gäste geöffnet hat.

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Wir sind jedoch von der Einrichtung beeindruckt. Alles sauber, die Stellplätze sind zum Teil schattig, es hat sogar einen Pool und am Abend können wir in der „Dusty Bar“ (welch passender Name für diese Gegend😆) nicht ganz günstig, aber ausgezeichnet Essen.

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Am Abend vor den sanitären Anlagen machen wir dann Bekanntschaft mit dem schlimmsten importierten Schädling Australiens: Der Cane Toad. Gross, giftig und einfach brrr…

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10. Oktober 2016 Purnululu NP Cathedral Gorge und The Domes

Nur ein paar hundert Meter vor dem Parking Lot zweigt ein Weg ab zur grandiosen Cathedral Gorge. Dieser Abstecher ist etwas kürzer und man sollte ihn nicht auslassen.

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Der Eingang ist noch nicht zu erkennen. In der Schlucht sind dann Treppen in den Fels gehauen und Geländer angebracht.

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Nach relativ kühlem (ist das herrlich nach dieser Hitze ausserhalb der Schlucht!) kurzem Auf und Ab erreichen wir die Cathedral Gorge.

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Könnt ihr Michael oben im Bild erkennen? So gewaltig ist die nach oben offene Höhle!
Es hat hier momentan nur noch ganz wenig Wasser, trotzdem können wir darin Fische entdecken. Wir nutzen die herrliche Kühle und Ruhe hier für eine ausgiebige Rast.

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Auf dem Rückweg drehen wir als Letztes noch die kleine Runde (nur ein paar hundert Meter) des The Domes Trails. Hier kann man nochmals schön direkt den „Bienenkörben“ entlanglaufen.

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Ob die Termiten versuchen den Steinhügeln Konkurrenz zu machen😆?

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Oft sieht man auch Termiten die ihre Bauten den Felsen hinauf errichten. Dieses Konstrukt hier sieht für uns wie ein Drache aus, welcher den den Fels hinaufklettert.

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Nach dieser anstrengenden Tour machen wir uns langsam auf den Rückweg nach Kununurra. Der Elefantenkopf am Wegesrand.

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Wer sich gefragt hat, was Corrugation ist und was das fiese Gerüttel verursacht, hier ein Bild.

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Das geht nicht nur mit der Zeit gewaltig auf die Nerven, sondern wirft hinten im Camper auch jegliches Geschirr (immer vorher alles gut verstauen!) und anderes Gepäck durcheinander. Wir werden richtige (Ver-)Packexperten😆. Nach einer gemütlichen Zmorge/Zmittagrast fahren wir durch nach Kununurra.

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Dieses Mal quartieren wir uns auf einem Campingplatz direkt am See ein. Wie man es bei den Aussies so macht mit BBQ-Grills direkt am Ufer, toll!

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Die Abendstimmung am See ist sehr schön mit hübscher Spiegelung des gegenüberliegenden Ufers im Wasser!

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10. Oktober 2016 Purnululu NP Piccaninny Walk bis zu The Windows

Am nächsten Morgen sind schon wieder andere Vögel, dieses Mal kleine Papageien, am Trinken.

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Oder hier ganz herzige Finken mit weissem Köpfchen.

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Ohne Frühstück (jedoch mit Bananen und Powerriegel im Gepäck) starten wir gleich nach Sonnenaufgang zu unserer Wanderung. Der Anfahrtsweg zum Piccaninny Parkplatz zieht sich bereits…

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… und innerhalb von einer Viertelstunde klettert laut Anzeige im Auto die Temperatur von 25 auf 35 Grad!
So nehmen wir uns zuerst den anstrengendsten Teil vor, bevor es noch heisser wird. Wir laufen die ersten drei Kilometer des Piccaninny Walks bis zu The Windows.

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Hier sieht man nun fantastisch die „Bienenkörbe“ für welche die Bungle Bungles so berühmt sind. Wer den Film „Australia“ mit Nicole Kidman und Hugh Jackman gesehen hat, dem wird diese Gegend bekannt vorkommen.
Am Boden hat es teilweise tiefe Wasserfurchen, momentan ausgetrocknet.

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Ausser uns ist nur ein anderes Pärchen in die gleiche Richtung unterwegs.

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Unser Ziel „The Window“ ist dann nicht wahnsinnig spektakulär. Ein Loch in einem Felsen halt.

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Aber hier ist eindeutig der Weg das Ziel! Und auf dem Rückweg nehmen wir uns auch etwas mehr Zeit.

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Das andere Pärchen läuft noch weiter, was wir uns bei dieser Hitze nicht zugetraut hätten. Hatten die Felsen auf dem Hinweg noch etwas Schatten geworfen, laufen wir jetzt zurück bereits in der brennenden Sonne.

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Die 40° Celsius Marke ist sicher erreicht. Und die Felsen verlocken mit ihrer Form zu vielen Fotos.

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Und die Einsamkeit alleine zwischen diesen gewaltigen Felsen hat auch seinen Reiz…

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9. Oktober 2016 Purnululu NP Lookouts und Campground

Mehr Wandern liegt heute nicht mehr drin, das Südportal des Parks sparen wir uns auf Rat des Rangers für morgen früh auf. Wir besuchen aber auf dem Weg Richtung Süden zum Walardi Campground noch zwei Lookouts. Von diesem hier direkt im Anschluss an die Echidna Chasm Wanderung sieht man schön in die Ebene hinaus.

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Ein cooler Felsen, der uns einen kleinen Vorgeschmack auf morgen gibt.

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Ein Sunset-Point. Wir wollen aber nicht im Dunkeln erst noch die 19km auf Schotter zum Campground im Süden fahren und geniessen ihn lieber noch jetzt im Hellen.

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Unglaublich, worauf Bäume noch wachsen können…

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Dann erreichen wir den Walardi Campground. Hatte man im Park noch fast das Gefühl alleine unterwegs zu sein, erwischen wir hier nur noch einen der letzten Stellplätze! Ein Teil des Campgrounds ist aber auch geschlossen, weil die Off-Season bereits begonnen hat.

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Entsprechend lebhaft geht es auch an den Wasserhähnen auf dem Campground zu und her. Das wenige Wasser ist begehrt. Wir haben laut Ranger gerade noch 11% Luftfeuchtigkeit hier.

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Auch ein weisser Kakadu weiss sich zu helfen…

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Und ganz besonders toll: Michaels Sperberblick entdeckt im Baum oberhalb unserer Campsite eine Eule, der keine Bewegung in ihrer Umgebung entgeht!

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Ein super Einfach-Campground mit 24A$ für nur mit Plumpsklo zwar etwas teuer, aber mit regem Tierleben. Nicht verpassen!

9. Oktober 2016 Purnululu NP Echidna Chasm

Wir haben viele Leute unterwegs gefragt, ob es sich wirklich lohnt die lange Hin- und Rückreise in den Purnululu Nationalpark (besser bekannt unter dem Namen „Bungle Bungles“) auf sich zu  nehmen und immer folgte eine überzeugte Bejahung.
Also nehmen wir dies in Angriff. Um ca. 11 Uhr erreichen wir den Beginn der ungeteerten Zufahrtsstrasse zum Park und diese 53 Kilometer haben es echt in sich.

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Eine Schotterpiste die in vielen engen Kurven in die Wildnis führt. Zum Teil hat sie schrecklich nervtötende Corrugation dh. Wellblechpiste und wir werden heftig durchgerüttelt. Dazu Schlaglöcher und grosse Steine zum Ausweichen… wie Michael es bekanntlicht!😆

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Dann erreichen wir das Visitor Center, wo hier draussen tatsächlich ein Ranger die Stellung hält und mir auch noch gleich Tipps für die Wanderungen hier im Park gibt. Wir bemerken, dass wir wohl doch nicht zwei Nächte hier bleiben werden, denn die Wanderungen die uns interessieren können wir locker heute Nachmittag und morgen früh machen. Um die Mittagshitze rum ist Wandern hier eine weniger gute Idee. Auf Empfehlung des Rangers hin fahren wir also zuerst in den Nordteil des Parks.
Hier laufen wir den Trail in den Echidna Chasm.

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Bereits der erste Teil ist wunderschön! Hier im Nordteil des Parks sieht man weniger die berühmten „Bienenkörbe“, sondern beeindruckende orangene Felswände und was ich so schön finde: Diese mächtigen Fächerpalmen, die dazwischen wachsen!

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Der Weg führt genau den steilen Felswänden entlang, welche sich zunehmend verengen.
Hier der Eingang in die Schlucht.

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Und der Blick in die Höhe.

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Jetzt geht es in die hohe Schlucht hinein.

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Nach einer Weile ist eine Öffnung erreicht, wo sich die Schlucht wieder etwas weitet.

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Danach sieht es erstmal so aus als würde es nicht mehr weitergehen. Felsbrocken versperren den Weg.

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Nach ein bisschen Gekraxel ist dann aber der letzte Abschnitt erreicht und hier kostet es mich schon einige Überwindung weiter zu gehen, es wird fürchterlich eng.

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Und das hier macht auch nicht gerade mehr Mut☺…

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Der Weg ist aber offiziell sicher und es hat zwei Leitern als Hilfestellung.

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Die erweiterte Stelle sogar mit Bänkli:)…

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Hier die engste Stelle, wo nicht mehr viel Tageslicht bis zum Boden durchdringt.

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Eine tolle, etwas abenteuerliche Wanderung, die man auf keinen Fall auslassen sollte und man gut auch in der heissen Zeit des Tages unternehmen kann, da es in der Schlucht selbst gute 10 Grad kühler ist. Indiana Jones lässt grüssen… 😆

8. Oktober 2016 Mirima Nationalpark (Hidden Valley)

Die 1,5 h Zeitverschiebung kommen uns gerade recht: Wir sind um 5 Uhr tätschwach und nutzen die kühlen Morgenstunden um den kleinen, aber feinen Mirima Nationalpark gleich ums Eck von Kununurra zu erkunden.

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Bereits die Zufahrtsstrasse bietet toĺle Ausblicke. Der Nationalpark kostet 12$ Eintritt, welche an einer Self-Registration per Münz oder Kreditkarte bezahlt werden müssen. Wir werden den Betrag später an unseren Nationalpark-Pass anrechnen können (heute ist Samstag, da hat das Nationalpark-Büro in Kununurra nicht offen).
Der Mirima Nationalpark wird auch der kleine Bruder des Purnuluru NP genannt, den wir morgen besuchen werden.

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Die Wanderungen sind nur kurz, denn der grösste Teil ist wiederum für die Öffentlichkeit gesperrt, da es sich auf für Aborigines heiligem Terrain befindet. Die eine Wanderung führt steil bergauf.

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Der Ausblick ist sehr schön.

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Diese spezielle Gesteinsformation zieht aber alle Blicke auf sich.

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Der Blick am Ende des Trails auf Kununurra ist dann eher unspektakulär. Eine zweite kurze Wanderung führt zwischen die Felsen hindurch.

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Leider endet sie bereits nach kurzer Zeit etwas abrupt.

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Felsen wie Emmentaler-Käse😆.

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Michael gelingt noch ein tolles Foto von einer Zikade. Die sind nur ca. 5cm klein, aber können einen wahrlich ohrenbetäubenden Lärm verursachen.

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In der Hitze des Tages fahren wir dann noch an den Swim-Beach von Kununurra.

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Einkaufen und anderes Organisatorisches muss noch sein…

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Ein knallrotes kleines Vögelchen kommt zu Besuch.

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Und am Abend fahren wir nochmals in den Mirima Nationalpark. Dies lohnt sich aber nur bedingt, zwar ist jetzt die andere Felsenseite beschienen, aber bald schon liegt das meiste im Schatten.

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Dies ist also eher eine Morning-Location. In der Nacht kühlt es endlich wieder mal ab, juhee! Es ist seeehr trocken hier, so lässt sich die Hitze viel besser ertragen und die Wäsche ist auch in einer halben Stunde trocken😆.