13. Dezember 2016 Lake Taupo und leider kein Tongariro Alpine Crossing

Wir fahren weiter zum Lake Taupo, dem grössten Kratersee Neuseelands.

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Und dort im Visitor Center erhalten wir die Bestätigung dessen, was wir angesicht der momentanen Temperaturen bereits angenommen haben: Aus unserer für morgen geplanten Wanderung, dem Tongariro Alpine Crossing, wird nichts. In der Höhe liegt noch Schnee und am Red Crater werden Windspitzen von 90km/h vorausgesagt. Es wird bei diesen Bedingungen dringend von dieser Wanderung abgeraten.
Ja nu, dann können wir die beeindruckenden Krater (für „Lord of the Rings“ Fans auch unter dem Namen „Mordor“ bekannt☺) halt nur aus der Ferne bewundern.

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Unsere Reise führt uns ja sowieso gen Süden und laut Visitor Center soll man dafür die SH 1 wählen. Diese führt auf ein karges Hochplateau.

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Leider zieht das Wetter jetzt total zu. Die Landschaft wirkt auf uns trist. Vielleicht hätte sie bei Sonnenschein ja einen gewissen Charme?
Der „Schicksalsberg“ hüllt sich auf jeden Fall auch in Wolken.

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Und der Mount Ruapehu, der Grösste und momentan Aktivste der drei Vulkane, ist schneebedeckt. Ob man da wohl immer noch Skifahren kann?

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Der ganze Osten Richtung Napier ist in dicke dunkle Regenwolken gehüllt. Da zieht es uns nicht eben hin und so fahren wir alles gen Süden Richtung Wellington. Das schlechte Wetter begleitet uns aber vorerst noch, die Landschaft mag uns nicht wahnsinnig zu beeindrucken.

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Wir übernachten ca. 2 Fahrstunden vor Wellington an der Himatangi Beach auf einem familiären Campingplatz. Mal gucken, ob das Wetter morgen in Wellington etwas besser ist.

13. Dezember 2016 Waikite Valley und Huka Falls

Um 6.30 Uhr wird aufgestanden. Mit nur einem anderen Pärchen zusammen geniessen bei sehr frischen Aussentemperaturen die warmen Pools des Waikite Valley Thermal Resort. Der Aufenthaltsbereich.

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Zwei Pools sind besonders malerisch angelegt mit Blick ins grüne Waikite Valley.

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Der Zweite namens Pergola Pool gefällt mir am besonders gut.

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Da möchte man gar nicht mehr weg! Aber irgendwann trudeln dann ja auch die Tagesgäste ein und wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Süden.
Wir dachten schon, das sieht ja aus wie zuhause😆, aber dies ist kein Atomkraft-, sondern ein Geothermiekraftwerk.

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Unser erster Stop heute sind die Huka Falls.

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Es sind nicht sonderlich hohe Wasserfälle, aber die Wassermassen sind gewaltig! Hier die Schlucht, durch welche das Wasser gezwängt.

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Und die hellblaue Farbe des Wassers ist ebenfalls etwas Besonderes!

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12. Dezember 2016 Rotorua und Waikite Valley

Am Nachmittag besuchen wir dann noch Rotorua selbst. Die Stadt finden wir jetzt nicht besonders schön, sie wirkt irgendwie amerikanisch. Aber die Government Gardens sind sehr hübsch, insbesondere der Rosengarten.

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Und das Gebäude des Rotorua Museums ist ebenfalls sehenswert.

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Dann fahren wir noch etwas dem See entlang und bewundern die heimische Vogelwelt.

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Wenn man in einem Thermalgebiet ist, darf natürlich auch ein Thermalbad nicht fehlen. Da die Thermalbäder im Ort eher schlecht bewertet werden (überfüllt, dreckig, laut), haben wir für heute Abend eine Campsite auf dem Gelände des Waikite Valley Thermal Resort ca. 30 Min. ausserhalb von Rotorua gebucht. Da kriegt man als Übernachtungsgast gleich noch den Eintritt ins Thermalbad gratis dazu. Unbedingt reservieren! Die Stellplätze sind begehrt.

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Kein Wunder, denn die Thermal-Anlage ist wirklich wunderschön! Das Wasser warm bis heiss, je nach Becken. Am Abend kommen dann zwar doch noch einige Leute, aber kein Problem: Campinggäste dürfen am nächsten Morgen ab 6 Uhr noch vor den Öffnungszeiten um 9 Uhr die Anlage benutzen! Dies lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so gibts morgen dann noch mehr Bilder der Anlage.

12. Dezember 2016 Maori Village Teil 2

Nach der ausserordentlich guten und authentischen Führung durch das Dorf, besuchten wir noch die inkludierte „Cultural Performance“. Diese erwies sich als Tanz- und Gesangsshow.

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Ein bisschen kitschig war es schon. Aber die Sänger hatten eine gute Stimme und den Haka, den Kriegstanz, einmal live zu erleben war schon ein intensives Erlebnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass unbedarfte Gegner damals Reissaus nahmen bei diesem Anblick (was ja auch der Sinn und Zweck des Ganzen war☺)!
Danach nehmen wir uns Zeit nochmals auf eigene Faust das Dorf zu erkunden. Hier das Versammlungshaus der Maori-Gemeinde.

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Die hässlichen Fratzen rund um das Haus sollen die bösen Geister abhalten.

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Das Innere ist ebenfalls sehr kunstvoll mit Schnitzereien verziert. Betreten ist aber verboten.

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Der Alltag findet neben uns statt. Hier wird Wäsche getrocknet.

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Im Restaurant im Dorf kann man auf Voranmeldung und nicht ganz günstig ein typisches im heissen Erdofen gegartes Hangi-Essen kriegen. Inkl. einem Steam-Pudding als Dessert.

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Wer wie ich nicht soviel Fleisch möchte, kann auch nur im Dampf gegarte Maiskolben bestellen, die vor meinen Augen aus dem kochenden Wasser gezogen wurden.
Auch die kurzen Wanderungen auf dem Gelände lohnen sich und da das Wetter sich kurz mal wieder von seiner besseren Seite zeigt, ziehen wir los.

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Wir laufen kleinen Seen entlang…

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… und über von Dampf umhüllte Boardwalks…

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… bis zum Fluss vor dem Dorf zurück, über den man früher die Besucher des Villages noch getragen hatte, bevor es eine Brücke gab.

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12. Dezember 2016 Maori Village Teil 1

Um 8 Uhr erscheint dann tatsächlich der Mechaniker und macht dann endlich, was man wohl bereits bei unserem ersten Garagebesuch vor 5 Tagen hätte tun sollen: Die Batterie auswechseln. Und siehe da: Unser Problem ist innerhalb einer halben Stunde gelöst! Warum es dafür drei Anläufe brauchte, ist uns ein Rätsel.
Heute wollen wir ein bisschen die Maori-Kultur kennenlernen und besuchen mitten in Rotorua das Maori-Dorf Whakarewarewa, welches sich bereits vor mehr als 100 Jahren dem Tourismus geöffnet hat.

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Im Besuch ist eine Führung durch eine(n) hier wohnhafte(n) Maori inklusive, welche man auf jeden Fall wahrnehmen sollte. Wir werden mit dem typischen Maori Nasengruss (zweimal antippen) begrüsst und lernen gleich, dass der ursprüngliche Name des Dorfes viel länger war (ihr seht ihn unterhalb auf dem roten Schild geschrieben). Versucht ihn mal nachzusprechen.
Ein kleiner rekonstruierter Teil gleich beim Eingang zeigt, wie man hier vor Ankunft der Weissen gelebt hat.

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Dann aber führt man uns ins Dorf, wo die Maori heute leben.

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Ihre ganze Lebensweise ist stark von der hier sehr aktiven Geothermie geprägt. Sie wird z.B. genutzt zum Kochen.

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Das Essen wird am Morgen in diese grossen natürlichen Dampfgarer gelegt, am Mittag ist das Essen gar.

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Die Häuser sind rund um die brodelnden Pools angelegt. Es dampft und riecht überall nach Schwefel. Die Maori haben sich daran gewöhnt.

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Das Dorf hat auch einen eigenen Garten.

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Faszinierend, wie sich die Maori mit diesen Begebenheiten arrangieren und sie nutzen! Esbist hier auch niemals kalt, der Dampf sorgt für eine konstante Wärme.

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So brauchen sie auch keine Badewanne, sondern nutzen natürlich auch hier die Geothermie.

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Falls man den höchsten Geysir der Gegend, den Pohutu Geysir und sein kleiner Bruder, der Prince of Wales Geysir sehen möchte, kann man sich übrigens den teuren Extra-Eintritt ins benachbarte „Te Puia“-Areal auch sparen. Man sieht sie auch von hier aus.

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Einen Ausbruch mitzuerleben ist jedoch auch etwas Glückssache, so ca. jede Stunde geht er irgendwann mal hoch.
Die Maori haben die kochenden Tümpel übrigens auch genutzt um ihre Wäsche z.B. Windeln auszukochen.

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Ihre Gräber auf dem Friedhof mussten sie jedoch wegen dem instabilen Untergrund oberirdisch anlegen.

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11. Dezember 2016 Mud Pools, Seen und wilde Wasser

Dann besuchen wir noch die Mud Pools etwas ausserhalb, wo der Schlamm kräftig vor sich hin blubbert.

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Und plötzlich spritzt es jeweils Schlamm in die Höhe! Witzig zu beobachten.

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Wir nehmen eine junge Schweizerin, die per Bus in Neuseeland unterwegs ist, mit bis zurück nach Wai-o-tapu. Sie findet das ziemlich mühsam und sagt das nächste Mal sei ein Auto ein Muss.
Ein kurzes Telefonat mit der Campervermietung und sie schicken heute Abend einen Mechaniker zu uns auf den Campground.
Da das Wetter so schön ist fahren wir zurück Richtung Rotorua und erkunden noch die Seen östlich des Ortes. Wir halten zuerst beim „Blue Lake“.

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Hier weht ein stürmischer und kalter Wind. Brrr… Ein paar Maori-Jungs springen ins sicher eiskalte Wasser. Respekt!
Die (wie fast immer😆) kurvige Strasse führt durch schönes dichtes Grün.

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Vom einen Aussichtspunkt aus, den man bei schönem Wetter nicht auslassen sollte, kann man wunderbar auf die eine Seite den „Blue Lake“ nochmals von oben bewundern…

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… auf der anderen Seite dann den „Green Lake“. Dieser gehört den Maori und ist „tapu“ dh. weder baden, angeln oder Boot fahren ist darauf erlaubt.

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Als Nächstes dann ein Stopp beim Lake Tarawera. Die Windjacke ist bitternötig…!

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Im Hintergrund sieht man den Mount Tarawera, welcher im 19. Jahrhundert ausgebrochen ist und zwei Maori-Dörfer zerstört hat.

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Nach der Seenrunde bleibt uns immer noch etwas Zeit und wir fahren noch weiter zu den Okere Falls. Eine hübsche kurze Wanderung führt an einem wilden Bach entlang.

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Dieser wird auch für River Rafting benutzt. Eben als wir da sind, stürzt ein Boot den Wasserfall hinunter.

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Das Boot bleibt mitsamt Passagieren ein paar Sekunden unter Wasser. Nein, das wäre nichts für mich!😮
Daneben hat es noch einen kurzen Tunnel, der zu einer kleinen Höhle direkt am Wasserfall führt.

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Wir laufen bis zum unteren Parking, wo auch die River Rafter den Bach verlassen müssen

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und kehren dann wieder um und laufen zurück.

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Die Fahrt zurück zum Campground führt uns dann noch um den Lake Rotorua herum. Dort warten wir auf den Mechaniker, der es dann heute doch nicht mehr schafft, aber verspricht morgen früh um 8 Uhr zu erscheinen. Und wir üben uns in Gelassenheit☺.
Einen Schreckmoment erleben wir dann heute Abend noch als plötzlich eine Sirene erschalt. Sie erstirbt dann zwar nach einer halben Minute, aber wenn man sich in einem der vulkanisch aktivsten Zonen der Welt befindet, ist so eine Sirene doch etwas beunruhigend! Es war aber schlussendlich nur der Alarm der freiwilligen Feuerwehr😆.

11. Dezember 2016 Wai-o-tapu

Diese Nacht hatten wir es wiedermal ohne Strom probiert und die Hausbatterie hat wieder nicht gehalten. Ein weiteres Mal gehen wir nicht mehr in eine Garage, üs längts!
Wir lassen uns aber die Laune nicht verderben und nutzen erstmal das einigermassen schöne Wetter heute. Damit sich die Batterie wieder ein wenig auflädt, fahren wir ins ca. 45 Min. entfernte Thermalgebiet Wai-o-tapu („heiliges Wasser“). Hier sehen wir es schon von weitem Dampfen.

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Wir zahlen den Eintritt (10% Rabatt vom CG) und werden gleich weiter geschickt zum Lady Knox Geysir. Pünktlich um 10.15 Uhr wird er tagtäglich mit etwas Seifenwasser zum Leben erweckt. Mir ist das Ganze etwas zu sehr ein Touristenspektakel, aber da es nun mal im Preis inkludiert ist, sehen wir es uns natürlich an.

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Fotos von mir beim Geysir sind leider nicht brauchbar, da es aussieht, als würde der Geysir direkt aus meinem Kopf schiessen…😆, da hat der Fotograf nicht aufgepasst.
Aber eigentlich sind wir nicht wegen dem Seifen-Geysir, sondern wegen dem restlichen Geothermal-Gebiet hier. Wir laufen den Weg durch die Thermalfelder den anderen Touristen entgegengesetzt und haben so (wenigstens zu Anfang) etwas unsere Ruhe. 
Gleich zu Anfang sehen wir so den tollen Krater namens „Teufelsbad“, der in herrlichem Giftgrün leuchtet. Da ist nix nachbearbeitet, sondern echte Natur.

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Überall dampft und sprudelt es und die Wände sind von gelbem Schwefel durchsetzt.
Dann erreichen wir den farbenprächtigen Champagner-Pool. Echt toll anzuschauen, wenn man denn durch die Dampfwolken etwas sieht.

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Ein Stück kann man langgezogenen Sinterterrassen entlanglaufen.

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Der Schwefel ist überall zu sehen und zu riechen! Es riecht nach faulen Eiern.

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Schliesslich gelangen wir zum Lake Ngaroko, dessen Farbe einfach wunderschön grün ist.

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Schwefel wohin das Auge blickt…

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Der Weg führt um farbige Felsen herum…

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… zum nächsten kleinen See.

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Das Wetter ist heute absolut schräg: Mal regnet es, dann scheint wieder die Sonne!
Die kleinen Bridal Veil Falls.

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Die Aussicht über die unteren Thermalfelder.

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Etwas Maori-Kunst am Wegesrand.

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Die Tintenfässer des Teufels.

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Der Donnerkrater.

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Wai-o-tapu hat uns gut gefallen. Es ist unfair, Regionen der Welt miteinander zu vergleichen, aber ehrlich gesagt hat uns der Yellowstone NP, den wir 2008 besucht haben, noch einen Tick mehr beeindruckt. Wer interessiert an unseren Erlebnissen von damals ist und sich nicht an der einfachen Website-Gestaltung stört (sowas wie dieser Blog gab es dazumal noch nicht😆), kann den Reisebericht hier nachlesen.