12. Dezember 2016 Maori Village Teil 2

Nach der ausserordentlich guten und authentischen Führung durch das Dorf, besuchten wir noch die inkludierte „Cultural Performance“. Diese erwies sich als Tanz- und Gesangsshow.

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Ein bisschen kitschig war es schon. Aber die Sänger hatten eine gute Stimme und den Haka, den Kriegstanz, einmal live zu erleben war schon ein intensives Erlebnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass unbedarfte Gegner damals Reissaus nahmen bei diesem Anblick (was ja auch der Sinn und Zweck des Ganzen war☺)!
Danach nehmen wir uns Zeit nochmals auf eigene Faust das Dorf zu erkunden. Hier das Versammlungshaus der Maori-Gemeinde.

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Die hässlichen Fratzen rund um das Haus sollen die bösen Geister abhalten.

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Das Innere ist ebenfalls sehr kunstvoll mit Schnitzereien verziert. Betreten ist aber verboten.

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Der Alltag findet neben uns statt. Hier wird Wäsche getrocknet.

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Im Restaurant im Dorf kann man auf Voranmeldung und nicht ganz günstig ein typisches im heissen Erdofen gegartes Hangi-Essen kriegen. Inkl. einem Steam-Pudding als Dessert.

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Wer wie ich nicht soviel Fleisch möchte, kann auch nur im Dampf gegarte Maiskolben bestellen, die vor meinen Augen aus dem kochenden Wasser gezogen wurden.
Auch die kurzen Wanderungen auf dem Gelände lohnen sich und da das Wetter sich kurz mal wieder von seiner besseren Seite zeigt, ziehen wir los.

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Wir laufen kleinen Seen entlang…

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… und über von Dampf umhüllte Boardwalks…

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… bis zum Fluss vor dem Dorf zurück, über den man früher die Besucher des Villages noch getragen hatte, bevor es eine Brücke gab.

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12. Dezember 2016 Maori Village Teil 1

Um 8 Uhr erscheint dann tatsächlich der Mechaniker und macht dann endlich, was man wohl bereits bei unserem ersten Garagebesuch vor 5 Tagen hätte tun sollen: Die Batterie auswechseln. Und siehe da: Unser Problem ist innerhalb einer halben Stunde gelöst! Warum es dafür drei Anläufe brauchte, ist uns ein Rätsel.
Heute wollen wir ein bisschen die Maori-Kultur kennenlernen und besuchen mitten in Rotorua das Maori-Dorf Whakarewarewa, welches sich bereits vor mehr als 100 Jahren dem Tourismus geöffnet hat.

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Im Besuch ist eine Führung durch eine(n) hier wohnhafte(n) Maori inklusive, welche man auf jeden Fall wahrnehmen sollte. Wir werden mit dem typischen Maori Nasengruss (zweimal antippen) begrüsst und lernen gleich, dass der ursprüngliche Name des Dorfes viel länger war (ihr seht ihn unterhalb auf dem roten Schild geschrieben). Versucht ihn mal nachzusprechen.
Ein kleiner rekonstruierter Teil gleich beim Eingang zeigt, wie man hier vor Ankunft der Weissen gelebt hat.

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Dann aber führt man uns ins Dorf, wo die Maori heute leben.

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Ihre ganze Lebensweise ist stark von der hier sehr aktiven Geothermie geprägt. Sie wird z.B. genutzt zum Kochen.

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Das Essen wird am Morgen in diese grossen natürlichen Dampfgarer gelegt, am Mittag ist das Essen gar.

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Die Häuser sind rund um die brodelnden Pools angelegt. Es dampft und riecht überall nach Schwefel. Die Maori haben sich daran gewöhnt.

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Das Dorf hat auch einen eigenen Garten.

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Faszinierend, wie sich die Maori mit diesen Begebenheiten arrangieren und sie nutzen! Esbist hier auch niemals kalt, der Dampf sorgt für eine konstante Wärme.

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So brauchen sie auch keine Badewanne, sondern nutzen natürlich auch hier die Geothermie.

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Falls man den höchsten Geysir der Gegend, den Pohutu Geysir und sein kleiner Bruder, der Prince of Wales Geysir sehen möchte, kann man sich übrigens den teuren Extra-Eintritt ins benachbarte „Te Puia“-Areal auch sparen. Man sieht sie auch von hier aus.

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Einen Ausbruch mitzuerleben ist jedoch auch etwas Glückssache, so ca. jede Stunde geht er irgendwann mal hoch.
Die Maori haben die kochenden Tümpel übrigens auch genutzt um ihre Wäsche z.B. Windeln auszukochen.

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Ihre Gräber auf dem Friedhof mussten sie jedoch wegen dem instabilen Untergrund oberirdisch anlegen.

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11. Dezember 2016 Mud Pools, Seen und wilde Wasser

Dann besuchen wir noch die Mud Pools etwas ausserhalb, wo der Schlamm kräftig vor sich hin blubbert.

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Und plötzlich spritzt es jeweils Schlamm in die Höhe! Witzig zu beobachten.

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Wir nehmen eine junge Schweizerin, die per Bus in Neuseeland unterwegs ist, mit bis zurück nach Wai-o-tapu. Sie findet das ziemlich mühsam und sagt das nächste Mal sei ein Auto ein Muss.
Ein kurzes Telefonat mit der Campervermietung und sie schicken heute Abend einen Mechaniker zu uns auf den Campground.
Da das Wetter so schön ist fahren wir zurück Richtung Rotorua und erkunden noch die Seen östlich des Ortes. Wir halten zuerst beim „Blue Lake“.

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Hier weht ein stürmischer und kalter Wind. Brrr… Ein paar Maori-Jungs springen ins sicher eiskalte Wasser. Respekt!
Die (wie fast immer😆) kurvige Strasse führt durch schönes dichtes Grün.

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Vom einen Aussichtspunkt aus, den man bei schönem Wetter nicht auslassen sollte, kann man wunderbar auf die eine Seite den „Blue Lake“ nochmals von oben bewundern…

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… auf der anderen Seite dann den „Green Lake“. Dieser gehört den Maori und ist „tapu“ dh. weder baden, angeln oder Boot fahren ist darauf erlaubt.

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Als Nächstes dann ein Stopp beim Lake Tarawera. Die Windjacke ist bitternötig…!

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Im Hintergrund sieht man den Mount Tarawera, welcher im 19. Jahrhundert ausgebrochen ist und zwei Maori-Dörfer zerstört hat.

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Nach der Seenrunde bleibt uns immer noch etwas Zeit und wir fahren noch weiter zu den Okere Falls. Eine hübsche kurze Wanderung führt an einem wilden Bach entlang.

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Dieser wird auch für River Rafting benutzt. Eben als wir da sind, stürzt ein Boot den Wasserfall hinunter.

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Das Boot bleibt mitsamt Passagieren ein paar Sekunden unter Wasser. Nein, das wäre nichts für mich!😮
Daneben hat es noch einen kurzen Tunnel, der zu einer kleinen Höhle direkt am Wasserfall führt.

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Wir laufen bis zum unteren Parking, wo auch die River Rafter den Bach verlassen müssen

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und kehren dann wieder um und laufen zurück.

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Die Fahrt zurück zum Campground führt uns dann noch um den Lake Rotorua herum. Dort warten wir auf den Mechaniker, der es dann heute doch nicht mehr schafft, aber verspricht morgen früh um 8 Uhr zu erscheinen. Und wir üben uns in Gelassenheit☺.
Einen Schreckmoment erleben wir dann heute Abend noch als plötzlich eine Sirene erschalt. Sie erstirbt dann zwar nach einer halben Minute, aber wenn man sich in einem der vulkanisch aktivsten Zonen der Welt befindet, ist so eine Sirene doch etwas beunruhigend! Es war aber schlussendlich nur der Alarm der freiwilligen Feuerwehr😆.

11. Dezember 2016 Wai-o-tapu

Diese Nacht hatten wir es wiedermal ohne Strom probiert und die Hausbatterie hat wieder nicht gehalten. Ein weiteres Mal gehen wir nicht mehr in eine Garage, üs längts!
Wir lassen uns aber die Laune nicht verderben und nutzen erstmal das einigermassen schöne Wetter heute. Damit sich die Batterie wieder ein wenig auflädt, fahren wir ins ca. 45 Min. entfernte Thermalgebiet Wai-o-tapu („heiliges Wasser“). Hier sehen wir es schon von weitem Dampfen.

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Wir zahlen den Eintritt (10% Rabatt vom CG) und werden gleich weiter geschickt zum Lady Knox Geysir. Pünktlich um 10.15 Uhr wird er tagtäglich mit etwas Seifenwasser zum Leben erweckt. Mir ist das Ganze etwas zu sehr ein Touristenspektakel, aber da es nun mal im Preis inkludiert ist, sehen wir es uns natürlich an.

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Fotos von mir beim Geysir sind leider nicht brauchbar, da es aussieht, als würde der Geysir direkt aus meinem Kopf schiessen…😆, da hat der Fotograf nicht aufgepasst.
Aber eigentlich sind wir nicht wegen dem Seifen-Geysir, sondern wegen dem restlichen Geothermal-Gebiet hier. Wir laufen den Weg durch die Thermalfelder den anderen Touristen entgegengesetzt und haben so (wenigstens zu Anfang) etwas unsere Ruhe. 
Gleich zu Anfang sehen wir so den tollen Krater namens „Teufelsbad“, der in herrlichem Giftgrün leuchtet. Da ist nix nachbearbeitet, sondern echte Natur.

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Überall dampft und sprudelt es und die Wände sind von gelbem Schwefel durchsetzt.
Dann erreichen wir den farbenprächtigen Champagner-Pool. Echt toll anzuschauen, wenn man denn durch die Dampfwolken etwas sieht.

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Ein Stück kann man langgezogenen Sinterterrassen entlanglaufen.

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Der Schwefel ist überall zu sehen und zu riechen! Es riecht nach faulen Eiern.

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Schliesslich gelangen wir zum Lake Ngaroko, dessen Farbe einfach wunderschön grün ist.

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Schwefel wohin das Auge blickt…

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Der Weg führt um farbige Felsen herum…

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… zum nächsten kleinen See.

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Das Wetter ist heute absolut schräg: Mal regnet es, dann scheint wieder die Sonne!
Die kleinen Bridal Veil Falls.

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Die Aussicht über die unteren Thermalfelder.

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Etwas Maori-Kunst am Wegesrand.

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Die Tintenfässer des Teufels.

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Der Donnerkrater.

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Wai-o-tapu hat uns gut gefallen. Es ist unfair, Regionen der Welt miteinander zu vergleichen, aber ehrlich gesagt hat uns der Yellowstone NP, den wir 2008 besucht haben, noch einen Tick mehr beeindruckt. Wer interessiert an unseren Erlebnissen von damals ist und sich nicht an der einfachen Website-Gestaltung stört (sowas wie dieser Blog gab es dazumal noch nicht😆), kann den Reisebericht hier nachlesen.

9.+10. Dezember 2016 Coromandel Peninsula mit Hot Water Beach

Nachdem wir wegen dem Besuch bei der Mighty-Garage in Auckland auch noch zusätzlich eine halbe Stunde im Stau gestanden sind, können wir endlich weiterfahren Richtung Coromandel Peninsula. Diese Gegend ist landschaftlich sehr sehenswert und abwechslungsreich.
Ob steile Felsen und Schafweiden…

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… oder herrliche Aussichten übers Meer auf die Insellandschaft…

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… oder tropisch dichte Vegetation am Wegesrand, einfach zum Geniessen.

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Der Campground direkt an der Hot Water Beach ist dann ein Schmuckstück, aber mit 50 N$ auch sehr teuer.

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Und sie sind mit allem ausgerüstet was ein Urlauberherz hier begehrt: Völlig unerwartet sind wir hier nämlich auf einen tollen Swell gestossen und Michael kann sich ein Brett direkt an der Reception ausleihen.

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Aber der Tag ist noch nicht zu Ende: Immer zwischen zwei Stunden vor und nach Ebbe verwandelt sich die Beach in eine Grabungsstätte😆.

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Da an genau zwei schmalen Stellen heisse Quellen unter dem Sand Richtung Meer fliessen, kann man sich dort mit der Schaufel selbst seine eigene Hot Tube schaufeln. Bei einem so verrückten Kiwi-Event machen wir natürlich auch mit 😆 und haben uns beim Campground eine Schaufel ausgeliehen.

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Aber irgendwie will es heute Abend nicht so klappen: Entweder ist das Wasser zu kalt oder man verbrennt sich nebenan die Füsse. Und die Flut kommt zu schnell und zerstört unsere frisch geschaufelten hübschen Hot Tubes..:). Am nächsten Morgen nach dem Aufstehen gehen wir dann nochmals Buddeln und dieses Mal können wir auch ein warmes Sitzbad geniessen.

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Danach fahren wir heute noch bis Rotorua, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Wir quartieren uns dieses Mal für 2 Nächte etwas günstiger auf einem Campground am Westufer des Lake Rotorua ein. Genug weit weg von den Schwefelgasen im Stadtzentrum, auf die wir zumindest in der Nacht lieber verzichten. Der Campgroundbesitzer ist sehr hilfsbereit bei unserer Planung (inkl. 10% Gutscheinen zu einzelnen Eintritten!) und wir bemerken, dass zwei volle Tage hier evt. fast zu knapp bemessen sind. We will see!

9. Dezember 2016 Wanderung Piha

Am nächsten Morgen ist das Wetter etwas besser und wir machen noch eine Wanderung, welche ganz am Ende der Bay startet. Leider müssen wir uns beeilen, da wir zwischen 12 und 13 Uhr in Auckland bei unserer Campervermietung wegen der Hausbatterie sein müssen.
Schön sieht man nun von hier den imposanten Lions Rock, auf den wir gestern geklettert sind.

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Die Wanderung führt durch Buschwerk.

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Ein Aussichtspunkt gewährt fabelhafte Aussicht auf die Beach.

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Und Michael entdeckt, welche Abkürzung man bei Ebbe mit dem Surfbrett nehmen könnte um der anstrengenden Paddelei gegen die Wellen zu entgehen. Nämlich mitten durch die Felsen…

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Eine ganz tolle Gegend bei schönem Wetter! Ganz gerne wären wir noch etwas geblieben.

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Aber nein, wir müssen ja nach Auckland zu unserer Camperfirma. Dort ist man gerade sehr „busy“ und wir warten und warten… und beobachten wie auch an andere Weinflaschen verschenkt werden😆. Nein, wir wollen keinen Wein mehr, wir wollen ganz einfach unseren Camper zurück mit funktionierender Hausbatterie.:( Nach mehr als einer Stunde warten werden wir wieder losgeschickt, es sei alles o.k., wir sollen den Wagen nur nächste Nacht nochmals an den Strom hängen. Wir sind mehr als skeptisch.

8. Dezember 2016 Tölpel-Kolonie und Lions Rock

Diese Nacht sind wir für einmal nicht am Strom gehangen und am Morgen ist unsere Hausbatterie leer. Das kann doch nicht sein nach nur einer Nacht ohne Strom, schliesslich haben wir diesen Camper extra gebucht, damit wir auch Freedom Camping machen können! Also wird unsere Camperfirma kontaktiert, welche uns in Dargaville zu einem Garagisten schickt. Seine Aussage: Alles soweit i. O. nur der Solar-Panell auf dem Dach sei kaputt. Konsequenz: Er kann nix machen, wir müssen morgen nach Auckland ins Mighty-Hauptquartier! Grrr…
Wir fahren durch bis Muriwai Beach, denn das Wetter ist auch heute nicht prickelnd. Es nieselt…
In Muriwai Beach lebt eine grosse Tölpel-Kolonie.

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Und momentan ist Brutsaison, was das Ganze noch spannender macht. Es hat noch ganz kleine, federlose Jungen, welche hervorgucken…

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… und solche, die schon fast nicht mehr unter Mamis Federkleid passen😆.

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Besonders elegant wirken die Tölpel im Flug.

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Wir fahren nach Piha, einer bekannten Surfbeach. Die hügelige, kurvige und enge Anfahrt ist bereits ein Abenteuer für sich. Wir können nur erahnen wie toll es hier bei schönem Wetter aussieht. Wir beziehen einen Stellplatz auf einem der zwei nicht überragenden CG im Ort. Netterweise ist er aber in Laufdistanz zur Beach. Michael mietet sich ein Brett, aber die Wellen sind nicht gut. So besteigen wir noch den Lions Rock, einen markanten Felsen mitten in der Bay.

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Die Aussicht ist sogar bei schlechtem Wetter gut.

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Ganz auf den Gipfel kann man nicht, da die Felsen dort instabil sind.

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Trotzdem der kurze, steile Aufstieg lohnt sich. Mehr Fotos gibts morgen bei schönerem Wetter.

7. Dezember 2016 Waipoua Forest

Nach einer Surfsession von Michael morgens früh (ich werf mich lieber nochmal aufs Ohr) führt uns die Reise weiter südwärts. Leider zeigt sich das Wetter heute nicht von seiner besten Seite. Um über den Hokianga Harbour zu gelangen nehmen wir die Autofähre, da rundherum fahren einige Mehrkilometer bedeutet hätte.

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In Rawene gleich in der Nähe des Fähranlegers entdecken wir dann ein kleines Restaurant auf Stelzen mit gemütlichen Aussensitzplätzen.

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In Opononi machen wir eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt über das grosse Inlet. Aber die Ausblicke sind bei diesem Wetter nicht sonderlich spektakulär.

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Unser Hauptziel heute ist der Waipoua Forest. Hier kann man nämlich die grössten Kauri-Exemplare, die es heute noch gibt, bewundern. Die Umgebung sieht aus (und riecht!) sehr nach Regenwald, auch wenn es deutlich kühler ist als z.B. in Queensland.

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Ein Must-See ist natürlich der höchste Kauri-Baum der Welt, der magische Tane Mahuta.

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Auch weitere imposante Bäume kann man hier (nach gründlicher Reinigung der Schuhe😆) erwandern, wie die „Four Sisters“ oder der zweithöchste Baum, dessen Krone jedoch zerstört ist. Da kommt man sich doch arg klein daneben vor…

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Die Nacht verbringen wir dann auf dem DOC-Campground im nahen Trounson Kauri Park zusammen mit einigen Kaninchen.

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Die Gegend ist bekannt dafür, dass man hier Nachts das Nationaltier des Landes, den Kiwi-Vogel, beobachten kann. Mit unseren kleinen Stirnlampen bewaffnet starten wir den Rundgang durch den Wald. Aber ausser einer Menge Glühwürmchen (auch ganz toll!) und dem verdächtigen Scharrgeräusch, auf das man achten soll, können wir leider keine Kiwis entdecken. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass man mit so kleinen Lampen fast keine Chance hat. Andere auf unserem CG sind in eine geführte Gruppe geraten, dessen Guide eine Riesen-Lampe vor den Bauch gebunden hatte. Diese konnte tief in den Busch leuchten und so hatten sie dann mehr Glück als wir.

6. Dezember 2016 Gumdigger und Ahipara

Wir bemerken, dass wir hier im Northland nicht annähernd so rasch vorwärtskommen wie wir gedacht haben. Einfach zuviel gibt es zu sehen und die engen Strassen lassen schnelles Vorankommen auch nicht zu! Wir sind bereits jetzt froh, haben wir uns in diesen knapp drei Wochen nur die Nordinsel vorgenommen. Michael möchte noch in Ahipara unweit südlich von hier surfen, darum schauen wir uns um was es in der Umgebung noch Spannendes zu Entdecken gibt.
Vor vielen tausend Jahren stand hier mal ein riesiger Kauri-Wald (mehr über lebendige Kauri-Bäume erfahrt ihr morgen).

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Dann hat eine Katastrophe (die Wissenschaft ist sich nicht einig, ob es ein Vulkanausbruch, ein Zyklon oder ein gewaltiger Tsunami war) sie alle gleichzeitig umgehauen.

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In dem kleinen Park den wir besuchen, hat man ein solches Exemplar ausgegraben. Dieser fossile Baum ist ca. 100’000 Jahre alt!
So sieht ein Kauri-Baum jünger und lebendiger aus.

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Dies an sich hätte noch nicht viele Leute in diese Gegend gelockt, wäre da nicht der Fakt, dass diese Bäume Harz absondern. Dieses begehrte Kauri-Harz ähnelt Bernstein und war eine Menge Geld wert.

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Dies hat die sogenannte Gumdigger auf den Plan gerufen. Unter widrigsten Umständen hatten sie hier Ende des 19./Anfang 20. Jh. Löcher gebuddelt um das Harz freizulegen.

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So wurde gehaust. Das wichtigste Utensil: Gummistiefel! Standen doch die Löcher oft unter Wasser.

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Die „luxuriöse“ Küche.

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Eine Maschine zur Filterung des Gesteins.

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Und hier wurde gewogen und dann nach Gewicht bezahlt.

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Im 19. Jh. war dieses Kauri-Harz Aucklands wichtigstes Exportgut und trug massgeblich zum Aufstieg dieser Region bei. Wir genossen den Spaziergang durch die Geschichte und diesen kleinen Park, bevor wir dann weiterfuhren nach Awanui. Hier hat es einen grossen Laden, wo man Kauri-Holz-Souvenirs kaufen könnte. Wir haben ja kein Platz für Souvenirs im Gepäck und interessieren uns daher eher für die massive Wendeltreppe im Innern.

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Herausgehauen aus einem einzigen Kauri-Baum und somit die grösste Wendeltreppe dieser Art. Und man kann sie frei begehen!

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In Ahipara, einem hübschen kleinen Ferienort mit einem super gemütlichen Campingplatz, checken wir für heute ein.

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Ein Surfbrett wird im Ort bis morgen gemietet und Michael zieht es in die kleinen, aber netten Wellen.

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Am Abend spazieren wir dann nochmals vom Campground an den Strand um den Sunset zu geniessen.

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6. Dezember 2016 Cape Reinga

Der heutige Tag begrüsst uns wieder mit herrlichem Wetter. Perfekt um an den nördlichsten Punkt Neuseelands zu fahren.

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Die Aussichten werden erst auf den letzten Kilometer spektakulär, dann aber so richtig!

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Ein gut ausgebauter Spazierweg führt zum Leuchtturm hinunter. An jeder Ecke möchte man stehen bleiben und staunen!

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Den Leuchtturm haben wir noch fast für uns alleine, denn die Busladungen mit den übrigen Touristen kommen erst später.

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Das Cape hat übrigens auch für die Maori eine grosse spirituelle Bedeutung. Die Seelen der Verstorbenen treten von hier aus ihre Heimreise an.

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Das Meer ist sehr aufgewühlt, treffen hier doch der Pazifik und die Tasmanische See aufeinander. Zudem erinnert uns die Steilküste ein bisschen an die Küste Kauais.

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Danach besuchen wir noch die grössten Sanddünen des Landes, die Te Paki Dünen.

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Wunderbar, um ein bisschen herumzuturnen😆.

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So richtig weit in die Dünen hinein wagen wir uns aber nicht, bald einmal sieht alles ziemlich ähnlich aus… und den Rückweg zu finden könnte schwierig werden.

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Als sich dann Wolken vor die Sonne schieben, verziehen auch wir uns Richtung Süden.

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Happy Samichlous🎅 euch allen!